Langzeitentlastung
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Über alle Warnsignale hinweg?
Das Leben mit einem schwerstpflegebedürftigen Kind, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ist mit hohen Anforderungen und Aufgaben verbunden. Die körperlichen, emotionalen und organisatorischen Belastungen sind oft immens.
Die körperliche Pflege Ihres Kindes allein nimmt viel Zeit und Kraft in Anspruch. Hinzu kommen die Beaufsichtigung, die Förderung und Freizeitgestaltung, die Koordination der Versorgung, die Organisation von und Begleitung zu (ärztlichen) Terminen und Therapien und, die hauswirtschaftliche Versorgung, Behördengänge, die Auseinandersetzung mit Kostenträgern und Leistungsanbietern, die Suche nach Informationen und einiges mehr.
Im Alltag müssen Sie aber nicht nur die Aufgaben bewältigen, die mit der Erkrankung und Pflegebedürftigkeit Ihres Kindes einhergehen. Hinzu kommen noch viele andere Anforderungen, zum Beispiel die Erziehung weiterer Kinder, eine Berufstätigkeit, Haushaltspflichten oder die Pflege von sozialen Kontakten. All das miteinander zu vereinbaren, ist eine große Herausforderung.
Die emotionale Belastung durch diese Situation kann zusätzlich an Ihren Kräften zehren.
Fehlende Informationen über Entlastungsmöglichkeiten sowie der innere Antrieb, alles für sein Kind oder seinen Angehörigen tun zu wollen, sind mögliche Gründe, warum viele pflegende Angehörige sich keine Auszeiten in der Pflege nehmen (können).
Warnsignale für körperliche und seelische Erschöpfung
Psychische Anzeichen
- Energiemangel, Schwächegefühl, Müdigkeit
- das Gefühl, dass einem alles zu viel ist
- Nervosität, innere Unruhe, Gereiztheit
- Ärgergefühle, Schuldzuweisungen
- Angst
- Freudlosigkeit, Niedergeschlagenheit
- kreisende Gedanken
- keine Lust auf Kontakte mit anderen Menschen
- vermehrter Konsum von Alkohol, Medikamenten
Körperliche Anzeichen
- Ein- oder Durchschlafstörungen
- Kopf-, Nacken-, Rückenschmerzen
- Magen-Darm-Beschwerden
- zu viel oder zu wenig Appetit
- Hautprobleme
- Engegefühl in der Brust, Herzrasen, Herzschmerzen
- geschwächte Abwehrkräfte, z. B. häufige Infekte
Aus „Entlastung für die Seele – Ein Ratgeber für pflegende Angehörige“ von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (Hrsg.), in Zusammenarbeit mit: Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung e. V., Seite 27–28
Wenn die vielfältigen Anforderungen an den Kräften zehren, kann es hilfreich sein, für sich selbst Pausen oder andere Aktivitäten einzuplanen. Wer sich im Dauereinsatz befindet, benötigt Gelegenheiten, um die Kräfte wieder aufzutanken, sich einem Hobby zu widmen, einen Freund oder eine Freundin im Café zu treffen oder zu tun, was auch immer guttut.
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